Zusatzinfo´s für Warschau:

Ein kleiner Blick auf die Geschichte

Leidvoll, tagisch und doch immer wieder aufgestanden!

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Interessierten Besuchen der schönen Stadt Warschau wollen wir die Geschichte kurz näherbringen. Statt Ihnen lange Berichte zu präsentieren, haben wir uns für eine Kurzfassung entschieden. Damit können Sie Ihr persönliches Wissen kurz erweitern und bei einem Gespräch mit den Stadtbewohnern punkten.

Der Anfang macht die erste Gründung einer kleiner Stadt im 13. Jahrhundert auf einer Weichselböschung. Die so neugegründete Stadt wurde als Warschau benannt.


1413

Die Hauptstadt wird nun von Czersk nach Warschau verlegt

1526

König Sigismund der I. hält seinen feierlichen Einzug in die Stadt Warschau. Rasch entwickelt sich diese zu den bedeutendsten Städten in Polen

1569

Aufgrund der sogenannten Lubliner Union (zw. Polen und Litauen) tagen beide Parlamente nunmehr direkt in Warschau.

1655-1658

Insgesamt dreimal wird die Stadt von Armeen aus Schweden und Siebenbürgen belagert. Dabei wird Warschau zerstört und verliert vieler seiner Kulturgüter. Der Verfall der Stadt beginnt.

1683

Erst unter König Johann III. Sobieski kann sich die Stadt Warschau wieder erholen und erlebt eine wirtschaftliche Blütezeit.

1764-1772

Die Stadt entwickelt sich sehr dynamisch. In Laufe der kommenden Jahre wird sie zu einer modernen Stadt. Hier wird auch der Begriff der zweiten goldenen Zeit verwendet. Warschau wird zu dem politischen, industriellen und wirtschaftlichen Zentrum in Polen.

3. Mai 1791

Ein aufregender Tag. Die Verfassung wird durch den vierjährigen Sejm (Parlament) angenommen. Damit hat Polen die erste demokratische Verfassung in ganz Europa.

18. Mai 1791

Mit einem neuen Gesetz wird anerkannt, dass das Bürgertum von grundlegender Bedeutung ist. Nun endlich bekommen Bürger ihre ersten Bürgerrechte. Die Städte in Polen werden dabei neu organisiert. Gleichzeitig werden die Städte in Stadtviertel aufgeteilt. Warschau wird dabei zunächst in 7 Viertel geteilt.

1795

Einer der schlimmsten Tage in der Geschichte. Zum dritten Mal verschwindet Polen von der Landkarte. Insgesamt für 123 Jahre soll es danach kein Polen mehr geben. Die Flächen werden zwischen Russland und Österreich aufgeteilt.

1806

Erst nach dem Napoleon I. mit seiner Armee in die Stadt einzieht, kommen Hoffnungen auf, die eigene Staatlichkeit wiederzuerlangen.

1807

Durch den Friedensvertrag von Tilsit entsteht erneut das Herzogtum Warschau. Das Herzogtum wird damit zum aktiven Zentrum für Politik und Kultur. Doch die spätere Niederlage bedeutet zu gleich das Ende.

1815

In Folge des Wiener Kongresses wird Warschau Hauptstadt von Kongresspolen. Ein autonomer Staat, jedoch stark abhängig von Russland.

1830, 1863

Die ersten bewaffneten Aufstände gegen Russland beginnen.

1864

Der Januar-Aufstand erleidet jedoch eine Niederlage. Die Autonomie wird aufgehoben. Dabei wird die russische Kultur in Verwaltung und Schulwesen verstärkt eingebracht. Dennoch schafft es die Stadt, sich langsam weiterzuentwickeln.

1840-1848

Die erste Eisenbahnlinie verbindet Warschau mit Wien

1864 und 1875

Die erste richtige Brücke über die Weisel und eine Eisenbahnbrücke werden fertiggestellt und eröffnet.

1918

Nach 123 Jahren erlangt Polen die Unabhängigkeit wieder. Warschau wird erneut zu Hauptstadt des neuen polnischen Staates.

1939

Die Hoffnungen werden jedoch jäh mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges zerstört. Die Stadt gerät erneut unter fremder Besatzung. Gleichzeitig wird Warschau auch aber zum Zentrum der Widerstandsbewegung.

1943

Ein Aufstand beginnt im Warschauer Getto. Die deutschen Soldaten beenden diesen jedoch brutal und zerstören den kompletten Bereich.

1. August 1944

Es beginnt der Warschauer Aufstand, der insgesamt 63. Tage dauer. Über 150.000 Zivilisten und 16.000 Aufständige verlieren dabei ihr Leben. Nach diesem Aufstand wird Warschau zur Vernichtung ausgeschrieben. Einwohner werden aus der Stadt vertrieben oder direkt in Konzentrationslager untergebracht. Danach beginnt eine sogenannte planmäßige Zerstörung von Warschau. 84 Prozent werden so zerstört.

1945

Das Kriegsende ist endlich gekommen. Unaufhaltsam beginnt erneut der Aufbau der Stadt.

1945 - 1989

Dennoch bleibt auch die kommende Zeit für die Polen schwierig. Sie sind Russland praktisch ausgeliefert und geraten unter einer kommunistischen Regierung.

1980

Die Solidarnosc Bewegung entsteht und ist überall im Stadtgebiet noch wahrnehmbar, auch wenn sie von der einstigen Bedeutung viel verloren hat und heute nur noch eine einfache Gewerkschaft ist.

1989

Die ersten "Freien Wahlen" beginnen

1. Mai 2004

Polen tritt der EU bei. Die Feierlichkeiten beginnen im ganzen Land, besonders aber in Warschau.

Fazit:

Sie bemerken anhand dieser kurzen Ausführung, wie leidvoll die Geschichte in Warschau war. Und Sie werden dabei auch das sehr problematische Verhältnis zu Russland nachvollziehen können.